K A R T E N L E G E N
Eine magische Anziehungskraft übte seit alters her das Kartenlegen auf viele Menschen aus. Über Jahrmärkte zogen schon im Mittelalter Marketenderinnen und Zigeuner durchs Land und versetzten mit dem Aufschlagen ihrer 36 Karten und dem Deuten ihrer Kartomantie die Menschen in Erstaunen. Die Kunst des Kartenlegens wurde von Generation zu Generation unter äußerster Geheimhaltung weiter gegeben.
Um der boomenden Nachfrage der jüngsten Zeit nachzukommen wurden die vorhandenen Karten teilweise überarbeitet. Neue Erkenntnisse zum Kartenlegen aber gab es bei den modern gestalteten Kartendecks kaum; ging es doch einfach nur darum, den Erfordernissen des Marktes gerecht zu werden.
Traditionelle Wahrsagekarten waren über viele Jahrhunderte die Runen-Karten, mit deren seinerzeit noch handgezeichneten Holzbildern schon Kelten und Germanen die Zukunft zu deuten wussten.
Aus dem Asiatischen kamen die fremdländischen I-Ging Karten, die an den Höfen der gelben Kaiser und deren Mandarine schon etwa im 7. Jh. sehr geliebt und hoch geachtet wurden.
Tarot-, Skat- & Kipperkarten in ihrer großen Gegensätzlichkeit erfreuen sich allergrößter Beliebtheit beim Kartenlegen, geht doch eine ganz besondere, unbeschreibliche Anziehungskraft von den bunt bedruckten Blättern aus.
Engelskarten weisen insbesonders auf die spirituelle Seite des Sein hin, die wegen ihrer besonderen Strahlungsform und deren Zugang in die verschiedenen Entwicklungsebenen sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.
Die wahrscheinlich weltweit beliebtesten und bekanntesten sind wohl die von Madame Marie-Anne Lenormand selbst gestalteten und ihren Namen tragenden Karten geworden. In eine gutsituierte Kaufmannsfamilie hinein geboren und von Benediktiner-Nonnen sorgfältig erzogen, beschäftigte sie sich zu deren Missfallen von Jugend an auch mit Kartenlegen.
Es dauerte nicht lange, bis Mme. Lenormand Zugang in die höchsten gesellschaftlichen Kreise fand. So gehörten nicht nur Kaiserin Josephine de Beauharnais und ihre Hofschranzen zu ihrem ständigen Klientel. Auch Zar Alexander I. von Russland ließ sie kommen, um ihren Rat als Kartenlegerin zu hören.
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